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Entscheidungen treffen – Stress vermeiden

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Als mündiger Mensch in der Entscheidungsfalle

Kürzlich erschien im SZ-Magazin der Artikel „Wie man Entscheidungen trifft (SZ|Heft 29/2019)“ . Darin beschreibt der Autor Max Fellmann schon in seiner Überschrift „Hü oder Hott“, dass wir täglich tausende Entscheidungen zu treffen haben. Und dabei geht es schon früh morgens um ganz Kleine, wie zum Beispiel zuerst aufstehen und Kaffee machen, oder doch Tee oder doch zuerst der Weg ins Bad?

 

Um es etwas präziser zu fassen, sollen es laut Wissenschaft irgendwas zwischen 20.000 und 30.000 Entscheidungen pro Tag sein. Kein Wunder, dass diese „Mündigkeit“ des Bürgers in unserer Gesellschaft oft auch zu zusätzlichem Stress führt. Mündigkeit, weil wir in unserer jetzigen Lebensweise in Mitteleuropa, viele Freiheiten haben: in der Ausübung unseres Berufes, das Tragen der Kleidung, Wahl der Parteien, Religionsfreiheit, oder aber auch, ob wir das Fahrrad nehmen, den Bus, das Auto, die Bahn, die Straßenbahn, oder doch zu Fuß, mit Roller, mit Kickboard, mit jüngst Elektroroller… und dann kommt auch noch das Problem beim Coffee2Go, wenn der Fachangestellte wissen will, wie wir unseren morgendlichen Kaffee gerne hätten. Der Kabarettist und Musiker Bodo Wartke hat dazu das Stück „Probleme – die ich früher noch nicht hatte“ geschrieben und u.a. eben jene Probleme aufgeführt.

Zu viele Freiheiten führen zu Stress

Viele Freiheiten – für viele Menschen eben auch schon zu viele und das führt zur Überforderung und damit zu Stress. Er ist unterschwellig und dauerhaft und in einem guten Gemütszustand auch ohne Probleme für uns und unseren Körper kompensierbar. Doch wehe, wenn wir, warum auch immer, niedergeschlagen sind, dann wird das unterschwellige schnell deutlich und wir werden gestresst und gereizt. Und das äußert sich auch schnell im Umgang mit unseren Mitmenschen, die zusätzlich etwas von uns wollen, und sei es nur ein banales Taschentuch oder der Locher.

Was tun, liebe Leser?

Jetzt, liebe Leser, stellt sich jeder die Frage, die auch ich mir bei diesem Artikel gestellt habe: Was kann ich dagegen tun?

Stress vermeiden! – Sehr gut, auf die Idee wäre bisher niemand gekommen. Doch so einfach und banal es klingt, so treffend ist die Lösung. Überdenken Sie z.B. Ihr Handeln und tun bei der Nutzung der modernen Gerätschaften wie Smartphones und Computer. Sie sind nützlich, praktisch, immer zur Hand, wenn wir was wissen wollen und führen zu steter Erreichbarkeit.

Dadurch werden wir zu ihrer Geisel, denn wir kriegen viel Input, welcher wieder zu möglichen Entscheidungen führen kann.

 

Was wäre also, wenn wir, sagen wir, abends beim nach Hause kommen, einfach diese kleinen „Helfer“ wegpacken und keine Nachrichten lesen, Emails checken oder im Onlineshop nach neuen Klamotten suchen, bei denen wir uns wieder nicht entscheiden können.

Oder aber wir fassen im Vorfeld Pläne, z.B. was ziehe ich morgen, das lege ich mir am Abend zuvor raus. Ebenso befülle ich bereits am Vorabend die Kaffeemaschine und stelle, wenn möglich eine Zeitschaltuhr. Somit wären zwei der Entscheidungen für den kommenden Tag schon aus der Welt geschaffen und wir nur noch bei 19.998 Entscheidungen in der Pflicht.

 

Aber Spass beiseite. Durch das Überdenken unseres Handelns können wir besser resümieren, was notwendig ist und was wir jetzt, zu diesem Zeitpunkt nicht wissen oder entscheiden müssen. Geben wir das in „schlechten“ ‚Zeiten auf eine todo-Liste, sind wir davon frei und können in „guten“ Zeiten darüber entscheiden. Gerne gebe ich weitere Tipps in meinen Seminaren.

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